ESV Wittenberge: 
Eine Zeitreise 

 Ein Verein mit Geschichte 

Der ESV Tischtennis blickt auf eine lange und bewegte Vergangenheit zurück.
 Mit Engagement, Teamgeist und sportlicher Begeisterung haben Generationen von Mitgliedern unseren Verein geprägt und weiterentwickelt.

 Diese Geschichte erzählen wir hier. 

Die 1950er Jahre: Die Pionierjahre & Der Neuanfang 

Der Neuanfang nach dem zweiten Weltkrieg war mühsam, aber von großer Leidenschaft geprägt.
In den 1950er Jahren wurde in Wittenberge in verschiedenen Betriebssportgemeinschaften (BSG) wie Chemie, Motor, Aufbau, Lok, Empor und Medizin Tischtennis gespielt. 

  • 1950 & 1951: Die Geburtsstunde unserer Sektion. Als die Abteilung von Medizin unter Otto Giese 1951 aus finanziellen Gründen aufgelöst werden musste, wechselten die Talente zur BSG Lokomotive. Dies sicherte den Fortbestand eines kontinuierlichen Trainingsbetriebs.
  • Die erste Garde: 1952 bestand die 1. Männermannschaft aus Georg Setzermann, Adi Zinapold, Hermann Kars und Adda Gießmann.
  • Wachstum: Durch Neuzugänge wie Heinz Steguhn, Dieter Berlin und Hans Röhl (bekannt als „Pike“) wurde Lok ab 1957 zu einer regionalen Macht.

Die 1960er Jahre: Der Weg in die DDR-Liga 

Dieses Jahrzehnt markiert den sportlichen Zenit des Wittenberger Tischtennissports im DDR-System.

  • Nachwuchsschmiede: Die 1955 begonnene Jugendarbeit trug nun Früchte. Heinz Günther kehrte 1959 vom TSC Schöneweide zurück, was eine enorme Aufwärtsspirale auslöste.
  • „Aller guten Dinge sind drei“: Nach zwei gescheiterten Versuchen gelang 1966 endlich der große Wurf: Der Aufstieg in die DDR-Liga. Zur Aufstiegsbesetzung gehörten Heinz Günther, Waldemar Gewiss, Werner Brandt, Heinz Schroeder, Peter Schulz, Spfrd. Bade und Siegfried Templin.
  • Fahrstuhlmannschaft mit Niveau: Um in der Liga zu bestehen, verstärkte man sich mit Eckhard Genatis (Lok Plau). Nach einem Abstieg gelang 1968 der direkte Wiederaufstieg. Es war die Zeit der großen internationalen Vergleiche und der Dominanz im Bezirk Schwerin. 

 Die 1970er Jahre: Generationenwechsel & Krisenmanagement 

Die 70er waren ein Jahrzehnt der Kontraste - zwischen großem Erfolg und existenzbedrohendem Mitgliederschwund.

  • Der Tiefpunkt 1973: Die Sektion schrumpfte auf nur noch 25 Mitglieder. Doch die „jungen Wilden“ wie Werner Tunack, Günther Krause, Reiner Dyk, Udo Oertel und der ehemalige Abteilungsleiter Klaus Wendekamm sprangen in die Bresche.
  • Damen-Power: 1977 verstärkten die erfolgreichen Damen von Empor Wittenberge (u.a. Sigrid Henning) die Sektion, wodurch die Mitgliederzahl wieder auf 63 anstieg.
  • Ehrungen: 1978 wurde die Sektion mit der Ehrenurkunde des Deutschen Tischtennis-Verbandes ausgezeichnet.

Die 1980er Jahre: Zwischen Tradition und politischer Wende 

  • 1982: Wittenberge wurde Austragungsort der Zentralen Bestenermittlung der Eisenbahner. Dies war ein organisatorischer Meilenstein, der dem Verein zudem modernstes Equipment bescherte.
  • Umbruch: Ende der 80er Jahre zogen sich verdiente Spieler wie Gewiss und Schroeder zurück. 
    1986 übernahmen Sigrid Henning, Heinz Günther, Jürgen Hesse und Klaus Wendekamm die Leitung, um den Verein durch die unsicheren Zeiten der Wende zu steuern. 

Die 1990er Jahre: Neuorientierung im vereinten Deutschland 

Die Wende brachte neue Strukturen: Aus dem Bezirk Schwerin wurde das Land Brandenburg, aus der BSG Lokomotive der ESV Wittenberge 1888 e.V.

  • Internationale Erfolge: 1990 besiegte man in Lüneburg sensationell die schwedische Eisenbahner-Auswahl mit 9:5.
  • Landesebene Brandenburg: Nach einer kurzen Pause startete der ESV 1991/92 im Spielbetrieb Brandenburgs. Die 1. Herren (Matthiessen, Hannemann, Wendekamm, Günther) wurde sofort Staffelsieger der Bezirksklasse Havelland Nord.
  • Trauer und Vermächtnis: 1996 verstarb Heinz Günther. Das ihm zu Ehren ab 1997 ausgetragene Gedenktunier entwickelte sich schnell zu einem der hochkarätigsten Turniere im ganzen Bundesland. 

Die 2000er Jahre bis heute: Die "Goldene Generation" & der Sprung zu den Herren

Nach der Jahrtausendwende erlebte der ESV eine sportliche Blütezeit, die vor allem durch eine Ausnahmemannschaft im Nachwuchsbereich geprägt war. Unter den Trainern Klaus Wendekamm, Jan Sawallisch und Dennis Schwarz formte sich eine Truppe, die weit über die Stadtgrenzen hinaus für Aufsehen sorgte.
 

  • Landesmeister 2003: Die Talente Damian Zech, Alexander Gekke, Kevin Beckendorf, Sascha Schröder und Toni Miksch dominierten die Verbandsliga und wurden Landesmeister von Brandenburg. Dieser Erfolg führte sie bis zu den Norddeutschen Meisterschaften in Brunsbüttel. Zudem vertraten sie das Marie-Curie-Gymnasium beim Bundesfinale von „Jugend trainiert für Olympia“ in Berlin. 
  • Die Integration der „jungen Wilden“ (Saison 2003/04): Ein Meilenstein war die Saison 2003/04. Anstatt den Nachwuchs nur unter sich spielen zu lassen, wurden die Talente konsequent in den Herrenbereich integriert. Dies führte dazu, dass der ESV zeitweise mit fünf Herrenmannschaften gleichzeitig an den Start gehen konnte.

        - Alexander Gekke rückte sofort in die 1. Herren auf (Landesklasse Nord) und bildete mit
          Wendekamm, Sawallisch und Hannemann ein schlagkräftiges Quartett.
        - Kevin Beckendorf verstärkte die 2. Herren so massiv, dass er auf Anhieb unter die Top 10 der
          Einzelrangliste der Landesklasse kam.
        - Diese Verjüngungskur sorgte für eine enorme Leistungsdichte im gesamten Verein, von der ersten
           bis zur fünften Mannschaft (besetzt mit erfahrenen Kräften wie Jürgen Zimmerling und Konrad
           Phillips). 

  • Tischtennis-Spektakel: 2001 und 2003 fanden die Enzborn-Cups in Wittenberge statt. Weltstars wie Jan-Ove Waldner und Jörg Roßkopf verzauberten das Publikum in der Allendehalle.
  • 2007: Der Aufstieg in die 1. Landesliga: Die Früchte dieser Arbeit wurden 2007 geerntet. Das Team um Wendekamm, Schwarz, Gekke, Grunwald, Hannemann und Beckendorf schaffte über die Relegation in Potsdam das fast Unmögliche: den Aufstieg in die 1. Landesliga, die höchste Spielklasse auf dieser Ebene. 
  • Gegenwart: Trotz des demografischen Wandels bleibt der ESV eine feste Größe im Land Brandenburg. Langjährige Mitglieder und hochdekorierte Ehrenamtliche wie Klaus Wendekamm halten die Abteilung lebendig und führen die Tradition fort, die vor über 75 Jahren begann.